Hobbys im Lebenslauf werden von Bewerbern oft als notwendiges Übel, das aufgeführt werden muss, verstanden. Doch was die Personalverantwortlichen alles aus Ihren Angaben lesen können, haut manchen vom Hocker. Im Zweifel verzichten Sie besser auf die Erwähnung.

Kommt Golf im Lebenslauf gut an?

Hobbys im Lebenslauf verraten etwas ganz Privates, denn man erfährt, was Sie in Ihrer Freizeit so treiben. Im besten Fall bestätigen Ihre Interessen den guten Eindruck des Personalverantwortlichen. Im schlechtesten Fall aber landet Ihr Dossiers direkt auf dem Ablagestapel, weil Sie als bungee-jumpender Eiskletterer den Personalverantwortlichen in Panik versetzt haben.

Welches Hobby steht für welche Charaktereigenschaft?

Teamfähigkeit
Volleyball, Fussball, Basketball und Handball sind die ultimativen Teamsportarten. Daraus schliesst der Personalverantwortliche: Sie sind teamfähig!

Zielstrebigkeit und Belastbarkeit
Schwimmen, Jogging, Marathon- und Halbmarathonläufe bedürfen einer grossen Ausdauer. Sie müssen also nicht nur einen langen Atem haben, sondern vor allem Zielstrebigkeit an den Tag legen. Zudem weisen Sie damit eine gute Belastbarkeit auf.

Status quo, Kontakte knüpfen
Mountainbiking, Squash, Tennis, Snowboarding, Ski Alpin und insbesondere Golf und Segeln gehören zu den Statushobbys, die gern von Hochschulabsolventen aufgeführt werden. Damit können Personalverantwortliche davon ausgehen, dass Sie einen bestimmten sozialen Umgang gewohnt sind und gegebenenfalls (dies trifft insbesondere auf das Golfen zu) Kontakte knüpfen können.

Logisches Denken
Wer Schach spielt zeigt damit, dass er in logischem Denken brilliert.

No risk, no fun?
Extremsportarten wie Base-jumping, Eisklettern etc. kommen bei Arbeitgebern nicht so gut an. Schliesslich möchte man Sie möglichst langfristig und gesund am Arbeitsplatz wissen.

Engagement und Verantwortungsbewusstsein
Haben Sie in einem Verein ein Ehrenamt übernommen, so erwähnen Sie dies im Lebenslauf. Denn das zeugt von Ihrem sozialem Engagement und Verantwortungsbewusstsein und das gibt bei jedem Personalverantwortlichen einen Bonus.

Ehrlich währt am längsten
Bei aller Liebe zum Detail – avancieren Sie nicht plötzlich zum tiefseetauchenden Hobbysportler, wenn Sie bisher nur einmal schnorcheln waren. Denn die Hobbys werden manchmal zum kurzen Einführungsplausch beim Vorstellungsgespräch herangezogen. Im schlechtesten Fall treffen Sie mit Ihrer Lügerei das (wahre) Lieblingshobby des Personalverantwortlichen, der Sie dann mit Detailfragen löchert. Bleiben Sie authentisch, denn nur so bestehen Sie entspannt den Freizeitplausch mit dem Personalverantwortlichen.

Passt mein Hobby?

Vorsicht, geben Sie nicht allzu viele Hobbys an. Sonst vermitteln Sie womöglich den Eindruck, Sie hätten zu wenig Zeit zum Arbeiten. Wenn Sie daran zweifeln, ob Ihre Hobbys „lebenslauftauglich“ sind, dann verzichten Sie lieber ganz in Ihrer Bewerbung darauf. Lesen und Fahrrad fahren ruft höchstens ein langweiliges Gähnen beim Personalverantwortlichen hervor. Wenn Sie gern kochen, so schreiben Sie dies ruhig, sollten Sie nicht gerade an übermässigem Übergewicht leiden. Investieren Sie einfach ein wenig Zeit und werden Sie sich dessen bewusst, was Sie mit Ihren Hobbys dem Personalverantwortlichen mitteilen.